Presse
Eine Welt der Fantasie
und der Wärme
Die illusionistischen Maler Michael Lassel und Wolfgang Harms stellen in der Rother „Villa Augusta" aus
SCHWABACH/ROTH (un) - Kunstkritiker nennen ihn den bedeutendsten illusionistischen Maler unserer Zeit: Michael Lassel aus Fürth. Zusammen mit seinem Künstlerkollegen Wolf gang Harms aus Nürnberg, einem nicht minder hochkarätigen Vertreter des fantastischen Realismus, stellt Michael Lassel zurzeit in der Villa Augusta in Roth aus.
Christa Rudloff aus Nürnberg stellte die beiden Künstler Wolfgang Harms und Michael Lassel vor. „Sie scheinen vieles gemeinsam zu haben und scheinen verwandt zu sein", lautete ihre Einschätzung.
Der aus Siebenbürgen stammende Michael Lassei traf in Paris auf die Gruppe Cadiou, die das „Trompe-l’ oeil" wiederbelebte. Der Name dieser poetischen „Mogelpackung" bedeutet soviel wie Augentäuschung. Mit feinstem Pinsel werden die Farben in mehreren Schichten mit akribischer Genauigkeit aufgetragen. Geometrisch genau und mit akribischer Akkuratesse entstehen Landschaften, Architektur oder Skulpturen. Was auf den ersten Blick wie ein Foto wirkt stellt sich beim näheren Betrachten als präzise lupenreine Malerei heraus. Einer der ganz Großen, der diese Technik besonders trefflich beherrscht und bereits in die Kunstgeschichte eingegangen ist, ist Michael Lassel.
Seine ganze Leidenschaft gehört dieser zeitintensiven Malerei. Allein sein Bild „Bau und Zerfall einer Kathedrale", an dem er ein ganzes Jahr malte, ist mit Details so reich ausgestattet, dass es zu immer neuen Entdeckungen einlädt. Bevor Michael Lassel zu seinen handgeriebenen mittelalterlichen Farben greift, macht er viele Zeichnungen und lässt seine Ideen über Monate reifen. Dann baut er sich ein 1.1-Modell, das er akkurat auf die Leinwand überträgt.
Der Künstler, der in seiner Frühphase den Surrealismus pflegte, bevor er zum Schein-Realismus der „Trompe-l’ oeil" -Malerei schwenkte, malt auffällig oft Münzen und Geldscheine in seine Bilder. ,,Wir verschmutzen die Erde mit Geld", so die eigenwillige Interpretation des Künstlers, die von den Zuhörern mit Schmunzeln aufgenommen wurde, kosten doch Michael Lassels sündteuere Bilder zu bis zu 60 000 Euro pro Exemplar.
Auf Wandmalerei spezialisiert
Auch Wolf gang Harms aus Nürnberg ist ein so genannter Illusionsmaler. Seit rund 25 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Wandmalerei. Kunstexperten rechnen seine Arbeiten mittlerweile europaweit zum Besten, was es auf diesem Sektor zu sehen gibt. Sein wohl bekanntestes Werk ist auf dem Schlosshotel „Bühler-Höhe" bei Baden-Baden entstanden, wo er einige Räume ausmalte.
Parallel dazu entstehen immer wieder neue Tafelbilder in seinem Atelier in Nürnberg. In der Tafelbildmalerei fühlt er sich eng mit der „Renaissance" und dem „Fantastischen Realismus" verbunden. Dazu eignete er sich die altmeisterliche Maltechnik an, die er bei einem Studienaufenthalt in Salzburg bei Professor Ernst Fuchs noch verfeinern konnte. Einige seiner Lieblingsfiguren tauchen immer wieder in seinen Bildern auf, so der „Blütenbläser", der „Mondvogel" oder die „Wolkenschaukeln". Auch wenn sich auf dem ersten Blick eine erdachte Welt vor dem Betrachter ausbreitet, hat sie doch viel mit dem Künstler selbst zu tun.
Die Galerie ist geöffnet dienstags und donnerstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr oder nach Vereinbarung.
Schwabacher Tagblatt/ 24.Nov.2005 /Seite 4
Höchste technische Perfektion
Kunstausstellung in der Villa Augusta mit Wolfgang Harms und Michael Lassel
ROTH (dg) - Vom 13. November bis 18. Dezember stellen die international anerkannten Maler Wolfgang Harms und Michael Lassel in der Villa Augusta, Schleifweg 16, Roth, aus. Vernissage ist am Sonntag um 11 Uhr.
Der Schwabe Harms beschäftigt sich seit 25 Jahren intensiv mit der Wandmalerei. Seine Arbeiten werden europaweit zum Besten gerechnet, was es auf diesem Gebiet zu sehen gibt. Höchste technische Perfektion und ein eigener Stil machen ihn zu einem gefragten Künstler. Viele seiner Wandmalereien sind jedoch nicht öffentlich zugänglich, da die Auftraggeber überwiegend Privatpersonen sind. Unter anderem gestaltete er einige Räume im Schlosshotel „Bühlerhöhe" bei Baden-Baden.
Seit einigen Jahren wendet er sich wieder verstärkt der Tafelbildmalerei zu. Seine Werke werden dem „Fantastischen Realismus" zugeordnet.
„Augentäuscher"
Lassels Bilderkunst bewegt sich zwischen Tradition und Gegenwart. Er gilt als der wohl bedeutendste Trompe-l’oeil-Maler unserer Zeit. Er verzaubert mit seinen Werken den Betrachter, schenkt ihm ungeahnte Illusionen, vermittelt gespielte intellektuelle Provokationen und entreißt die gemalten Objekte der Wirklichkeit. Die Qualität seiner Malerei führt zur Sinnestäuschung der Augen.
Die Galerie ist geöffnet dienstags und donnerstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung.
RHV/11.November 2005 Seite 2
